#twoff

Ach Twitter, was ist nur aus dir geworden? Vor Jahren streunte ich gerne durch deine Hallen, hab dein großartiges Angebot genossen, gelesen, gelernt und gestaunt. Diese Zeiten sind für mich vorüber. Du bist verkommen zu einem Jahrmarkt der Eitelkeiten, auf dem nichts mehr verhandelt wird. Recht zu haben ist ein hohes Gut geworden, leise Töne verstummen ungehört. Du hast deine weiche, offene Seite eingebüßt, harte Kanten und Konfrontationen gehören zu deinem Alltag. Aus dem spannenden Murmeln der tausend Gedanken ist ein hysterisches Gebrüll über Wortfetzen geworden. Deine kreative Zeit ist vorüber.

Viele Kontakte sind mir über den Weg gelaufen, die mir wertvollen hab ich als Freunde ins richtige Leben geholt, all den anderen danke ich und lass sie weiterziehen. Gehab dich wohl, du zu sogenanntes Soziales Netzwerk, ich wünsch dir und deinen Aktionären vieles, nicht unbedingt das Beste. Auf gut Wienerisch: hupf in Gatsch.

Eiernockerl

Jetzt ist schon wieder was passiert. Wobei das nur stimmt, wenn du das innert 12 Stunden liest. Weil danach wird bereits eine neue Erregung am digitalen Hauptplatz im Quadrat hupfen. Aber jetzt halt Hitler und seine Liebllingsspeise Eierspeisnockerl.  (Witze in Verbindung mit Hitlers möglichen Monorchie kann sich jetzt jeder selber denken) Aber zurück zum Thema, es scheint ernst zu sein: Oben genannter Despot würde heute seinen x.ten Geburtstag feiern. Nun gibt es anscheinend Hohlköpfe, die ihre bizarre Zärtlichkeit zu ihrem geistigen Führer ausdrücken, indem sie an diesem vermeintlichen Ehrentag -richtig- Eierspeisnockerl essen. Ja. Das war’s auch schon.

Natürlich sollte ich mich furchtbar drüber aufregen, wie viele Idioten es gibt, die sich eierspeisnockerlessend zuzwinkern. Dass es da eingeschworene Zirkel (sogar Köche/Gastwirte!!!) geben soll, wird aufgedeckt.

Aber nein, ich kann mich nicht echauffieren. Weil es nichts Neues ist. So traurig es ist, dass es noch immer/schon wieder Nazis gibt und ihre Quantität gar zunimmt, betroffen macht es mich nicht.  Eierspeisnockerlgate ist nichts Neues, es ist nur skurril. Lachen ist die einzige Antwort, die mir drauf einfällt. Aber nicht über die Nazis.

Seit Jahrzehnten gibt es Nazi-Codes, anhand derer man sich gegenseitig zu verstehen gibt, dass man eh auch verblendet ist und unterm Hakenkreuz schläft. Das funktioniert über das Hören von Musik einschlägiger Bands, verbalen Codes, Autokennzeichen, Handzeichen und nun auch -guess what- mittels Eierspeis. Die Aufregung ist künstlich und schafft Aufmerksamkeit und Klicks. Darum geht’s in Wirklichkeit.

Wenn alles seinen Weg geht, dann schau ich jetzt in meine Timeline und ich kann der Meute dabei zusehen, wie sie einen Sager von Khol zerfleischt. Oder Wolf. Irgendwas halt.

Bildcredit: Michał Grosicki

Es geht wieder los!

Das Prozedere beginnt von Neuem: welche Kandidaten rittern um die Krone? Was sickert über informelle Kanäle schon vor der offiziellen Präsentation durch? Sobald die Geheimnisse gelüftet sind beginnt auch schon die Schlammschlacht: Yellowpress und Soziale Netzwerke treiben die neue Sau durch’s Dorf, graben alte Sager aus, stellen sich hinter und gegen Kandidaten und verbreiten oder negieren geifernd deren Botschaft.

Die Show startet, es geht ans Eingemachte: Bündnisse werden geschmiedet, Claims abgesteckt und vermeintliche Haltungen zu Markt getragen. Jedes Argument, jeder Sager wird von der johlenden Meute kommentiert, wiederholt und der dem Zynismus zum Fraß vorgeworfen. Was nicht so schwierig ist, weil sich die Teilnehmer -um unterscheidbar zu bleiben- in Situationen begeben, die sie bisher gemieden haben.

Gleichzeitig versuchen Moderatoren die Teilnehmer auf’s inhaltliche Glatteis zu führen, sekkieren mit lästigen Seitenhieben und stellen sich auf ein moralisch nicht vorhandene Podeste.

Dann die Entscheidung. Zittern bis zur letzen Sekunde. Wer kann die meisten Stimmen hinter sich vereinen? Sobald die Schlacht geschlagen ist, wird gefeiert, die virtuelle Krone aufgesetzt, 5 Minuten Ruhm für den Sieger, Kommentatoren überrschlagen sich, kriegen sich wieder ein, der Mob verliert das Interesse, hält schon wieder Ausschau nach dem nächsten Knochen, den sie dann hemmungslos abnagen.

In den nächsten Wochen wird der Gewinner noch vor Kameras gehalten, darf dort seine Floskeln ein ums andere mal wiederholen. Den Menschen zu Hause ist das schon wieder egal. Weil es ja auch bedeutungslos ist.

Welchen Kandidaten wirst du in die Hofburg wählen?

Twitter sichern. 2 mal.

Um  Twitter gegenüber zu bestätigen, dass ich der bin, der ich vorgebe (@wuchale) zu sein, muss ich ein Passwort eingeben. Das ist natürlich episch lang, beinhaltet drölfzig Sonderzeichen, Groß- und Kleinschreibung, das Ergebnis hochkomplexer Rechenaufgaben  und chinesische Schriftzeichen. Sicher ist sicher. Natürlich habe ich dieses Passwort nie und nimmer nicht aufgeschrieben. Auch nicht digital. Ich merk’s mir einfach.

Passwort ist gut

Wenn -und das möchte ich betonen- selbst wenn ich einen solch paranoiden Ansatz in der Verwaltung meiner Passwörter verwenden würde, selbst dann könnten Maschinen versuchen mein Passwort zu erraten. Wenn es komplex genug ist, dann brauchen Maschinen schon ein paar Tage, Monate, Jahre. Sollte es sich aber um ein Datum, Namen, ausprechbare Wörter oder den Namen des Monitorherstellers handeln, dann haben Sie als Nutzer die elektronische Arschkarte gezogen. Dann ist es noch viel weniger eine Frage des OB, sondern eine Frage des WANN wird mein Account gehackt?

Jetzt, da ich den geneigten Leser mit Panik beladen in die offenen Armen des obergscheiten Besserwissers getrieben habe,  ist er leichtes Opfer für meinen Auftrag: make your twitteraccount a little more safe!  Das kann mit einem gscheiten Passswort (episch lang, … sie wissen schon) passieren oder damit, dass das Anmeldeverfahren bei Twitter verstärkt wird: SMS-Bestätigung. Interessiert? Ich erklär’s:

2-Weg-Sicherheit ist besser

Schutz durch Passwort ist Schutz durch Wissen. Schutz durch SMS ist Schutz durch Besitz. Nur wer ein bestimmtes Telefon in Händen hält, hält auch die Information in Händen, die in einem SMS steht. Sobald das richtige Passwort eingegeben wird, wird auch eine Zahl via SMS an die hinterlegte Telefonnummer geschickt. Diese geben Sie in die nun offene Anmeldemaske bei Twitter ein. Stimmt der Code, geht alles weiter wie bisher: Mention, Nonmention, der ganze Mühsal des Sozialen Netzwerkens.

Vorteil

Erhöhte Sicherheit durch Besitz – kein Handy, keine Anmeldung

Nachteil

Twitter hat meine Telefonnummer. Twitter macht sein Geld mit Werbung. Die Verschwörungstheorie kann sich jeder selber zusammenreimen

Bilderanleitung

Auf twitter.com anmelden und die Einstellungen wählen (Klick auf das Userbild->Einstellungen)

twitter_step1

Handy hinzufügen

twitter_step2

Im Menüpunkt Passwort/Sicherheit festlegen, dass die Anmeldung auch via SMS passieren soll

(Die Option bezüglich „Passwort zurücksetzen“ ist optional)

twitter_step3

Fertig. Die Einstellungen sind getroffen.

Ab jetzt wird bei der Anmeldung eine SMS verschickt. Das Anmeldefenster sieht so aus:

twitter_verificationFalls es Unklarheiten gibt, einfach in die Kommentare posten.

Twittertagebuch, Eintrag 2

Liebes Twittertagebuch,

diesmal bestimmen wieder Umgangsformen das Tagesgeschehen: Gegenseitiges Entziehen und Aufs-Aug-Drücken von Sie und Du. Getöse inklusive. Von Respekt ist dabei die Rede. Doch der steht nur bedingt mit der Anrede in Zusammenhang.

Es lässt sich auch per Sie wunderbar schimpfen, das hat schon das Deutsch Österreichische Feingefühl (DÖF) in Taxi besungen:

„Wos san Sie? A Kollegin san Sie? A Funsn san Sie!“

Zurück in die Realiät: Ein Arbeitskollege, er steht kurz vor der Pensionierung, besteht seit immer auf die Sie-Form in der Anrede; er möchte kein Naheverhältnis zu seinen Kollegen, warum auch immer. Er hat sich diesbezüglich nie erklärt, es hat auch nie gestört. Ansonsten wird in der Gruppe die Du-Form gepflegt. Ob er durch das Sie mehr Respekt genießt, als die anderen Kollegen? Nein, nicht merkbar. Er hat -wie gewollt- etwas mehr Abstand zur Gruppe. Mehr nicht.

Und da liegt der Unterschied, liebes Tagebuch: Sie schafft Distanz nicht notwendigerweise Respekt. Per Du rückt man sich hingegen ein wenig näher. Analog und digital. Der Unterschied ist die Default-Einstellung: im wirklichen Leben Sie im digitalen Du, beides lässt sich ändern. Die Art und Weise, wie das geschieht, kann Respekt einbringen. Oder auch nicht.

TwittKULTur 2013 im Tachles

Twitteranten sind ulkig. Eine Ziege mit Zahnspange will mit seinem Saxophon die Wiener Welt aufmischen. Schon springt ihm ein Lokalbetreiber zur Seite. Ein Termin ist bald gefunden, die ersten Neugierdsnasen stecken die ihre in die Sache, aus dem Hirngespinnst wird eine fixe Idee. Großes ist am Entstehen. Viele fleißige Hände arbeiten an einem kreativen Projekt. Proben gab es schon, wird es noch geben, das Programm wird im Tagesrhythmus aktualisiert. So sind’s die Twitterleut. Um ein wenig dieser Verrücktheit abzukriegen ist ein Besuch der Veranstaltung empfehlenswert. Alle aktuellen Infos sind hier zusammengetragen:

twittKULTur 2013Motto

Vom virtuellen Leben in die Realität. Über Twitter hat sich eine Runde Kunstschaffender zusammengetan, um Gutes zu tun. Musik, Lesungen & Kabarett, zwischendurch eine Versteigerung – der komplette Reinerlös kommt dem Kinderhospiz zu Gute.

Musik

Für die musikalische Unterhaltung sorgt die neu gegründete TWITTERKAPÖHN mit Daniel Landau (@LandauDaniel), Heinz Duschanek (@hedu) & Fabio Polly (@FabioPolly), Matthias Maly (@musicmat_AT), Bernhard Vosicky (@BernhardVosicky),Markus Posch (@CitamurD), Christian Hofler (@tschahnschpange) sowie ANGST AND ANGER mit Wolfgang Zaunbauer (@zaunbauer), Peter Walder (@spottgedicht), Stefan Taferner.

Vorgeschmack gefällig? Die Autows werden im Tachles wohl sehr kleine Runden drehen müssen, aber die Kombo kann sich austoben.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=w9uFcbP7bbg[/youtube]

Text

Wir freuen uns auf Lesungen und Kabarett von Gerda Hillebrand (@GerdaHillebrand), Lukas Daniel Klausner (@Vilinthril), Dieter Chmelar (@chmelar_dieter), Gino Cultura (@ginocultura) und Gabriele Kuhn (@gabrielekuhn)/Michael Hufnagl (@MHufnagl).

Bild

Zur Versteigerung gelangt das neueste Werk von diefotografen.co.at – Aliens stören die Wiener Gemütlichkeit.

Durch das Programm führt Nicole Kolisch (@nic_ko).

Weitere Details zum Programm sowie das genaue Line-up folgen.

Ort

Wann? 25. Oktober 2013, ab 19:30

Wo? Im Tachles, Karmeliterplatz, 1020 Wien

Eintritt? NUR € 5,- (wir erhoffen uns im Gegenzug angemessene Spendenbereitschaft)

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Twitter meets Flattr: Superfav!

Die Verlinkung ist des Bloggers Brot. Der Twitterant hingegen freut sich gern mal über einen Fav oder einen RT. Diese emotionale Währung ist nun dabei sich mit realmonetären Abbildern zu manifestieren. Sprich: Es gibt Kohle gute Tweets. Was gut ist, liegt dabei im Auge des Betrachters.

Superfav.com

Wie auch immer, der neue Dienst Superfav.com hat es sich zur Aufgabe gemacht Flattr und Twitter zusammen zu bringen. Will man sein Geld unter die Twitteranten bringen meldet man sich dort mit Twitter- und Flattr-Account an. Das war’s. Den Rest übernimmt Superfav. Favorisiert man via Twitter einen Tweet, so wird dieser (und damit sein Urheber) automatisch geflattred. Schön.

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