Fallobst

Fallobst

Ich schiebe den Einkaufswagen an den Obstkisten vorbei. Ein älterer Herr in beige prüft Weintrauben. Greift sich eine Packung, drückt jeweils einer Traube daraus seinen ausgestreckten Zeigefinger prüfend an die Haut. Schüttelt sein Haupt, murmelt „na, des is nix“, legt die Packung zurück, greift zur nächsten. Ein paar Schritte weiter ein ähnliches Schauspiel. Eine Dame prüft Himbeeren. Hebt sämtliche Plastikschalen auf Stirnhöhe, prüft äugisch und murmelt:“na, de san nix“.


Ich bin schon beim Weinregal angekommen, blicke ungläubig zurück und sehe, wie sie ihr Glück beim letzten Steigerl Erdbeeren versucht. Beim Anheben rutscht ihr die Packung aus den Händen, dessen Inhalt verteilt sich leise murmeld auf Obst und Fliesen. „Na de Pockung is ober deppert gmocht!“, ruft sie entsetzt. Ihr Mann steht ihr plötzlich zur Seite: der beige Weintraubentester. Greift sich eine handvoll verschütteter Erdbeeren, steckt sich eine in den Mund: „Na, de haßn a nix“. Wirft den Stengel achtlos in die Weiten der Obstabteilung bevor er die nächste Erdbeere im Mund verschwinden lässt.


„Do, Orangen brauchma“. Er nimmt ihr das Netz ab und wirft es achtlos in den Einkaufswagen. Kawumm. Die beiden sehen sich für einen Moment schweigend an. Sie dreht sich um und setzt sich in Bewegung: „Ich schau nuamoi zu de Weintrauben“.

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