Ich hab mich in Strache getäuscht
Kalkül
Ich hab mich getäuscht. In HC Strache. Was ich bis vor ein paar Tagen noch für eine Masche hielt ist keine. Dieses Spiel mit dem Feuer. Das vordergründige Aufhetzen von Gesellschaftsgruppen gegeneinander. Das Vergiften des Gesprächsklimas. Das böse Blut, das er literweise verschüttete. All das hielt ich für eine Masche.
Auch war ich der Meinung, dass er sich nach jedem ZIB-Interview, nach jedem Runden Tisch, in dem er den gekränkten Narzissten mimt, ins Fäustchen lacht. Dass er sich nach der Sendung auf die nächste Toilette hetzt und seinen Kickl keuchend um Betsätigung anhechelt: „Na, wie war ich??“. Doch ich habe geirrt.
Systemimmanent
Denn der „Wir sind die neuen Juden“-Sager ist anders. Was ich zuvor an Provokationen von ihm vernommen habe hatten eines gemeinsam: Sie waren öffentlich und geplant. Dass nun aber bekannt wird, dass dies auch seine Privatmeinung ist -denn man muss davon ausgehen, dass er tatsächlich nicht davon ausging belauscht zu werden – erstaunt mich dann doch.
Keine Berechnung, kein Vorsatz. Einfach so. Er denkt und meint was er sagt. Im Kreise seiner Freunde klagt er sein Leid. Er fühlt sich tatsächlich verfolgt. In seiner Emotions- und Gedankenwelt fühlt er sich in dieser Ballnacht tatsächlich um 50 Jahre zurückversetzt. Der Mensch tickt so. Das gestrige ZIB2-Interview hat dies leider bestätigt.
Nicht!
Wollen wir wirklich von einem Menschen regiert werden, der durch- und durch in der emotionalen Welt der Greueltaten eines der furchtbarsten Regimes ever gefangen ist? Von jemandem, der -und das muss ich mittlerweile annehmen- wohl im Hollywoodstreifen „Inglorious Basterds“ eine gut gemachte Dokumentation über die Bestialitäten an den SS-Soldaten wiedererkennt? Gut, das ist jetzt Spekulation. Was aber sollte mich vom Gegenteil überzeugen?
