Im richtigen Film von Thomas Maurer
Die Espressomaschine ist wieder grundgereinigt. Mit Hingabe zerlegt, entkalkt, gereinigt, zusammengesetzt und anschließend poliert. Während der obligatorischen Qualitätskontrolle kommt mit der gestrige Abend in der Bühne in Purkersdorf in den Sinn. Thomas Maurer hat dort sein neues Programm Im Falschen Film zum Besten gegeben. Seit der Lektüre von Das Hirn muss einen Saumagen haben, steht Maurer auf meiner Wunschliste. Spoiler: Nach der Vorstellung, bleibt er das.
So, jetzt sitz ich da und habe vor, eine Kritik zu schreiben. Eine herablassende Beschreibung des Programmes, der Performance von Maurer. Ob er gut gespielt habe, wie bissig die Texte wären und ob er den regierenden und der rechten (noch sind das 2 Gruppen) eh einen satirischen Tiefschlag in die ideologische Magengrube verpasst habe. Nein, das fühlt sich falsch an. Was weiß ich schon über die Qualität von Drehbüchern und schauspielereischen Performances?
Worüber ich schon schreiben kann ist, was er/es mit mir gemacht hat: ich hab mich amüsiert. Ich war unterhalten, ich war fühlte mich mitgenommen und involviert. Weil Maurer etwas von sich hergegeben hat. Nämlich seine Sicht auf die Dinge, die die Welt mitdrehen. Hintergründig, vordergründig. Und immer mit Verve.
Ich hab’s gemocht. Auch, wenn ich jetzt nicht mehr nach Parndorf fahren kann, ohne James Brown zu gröhlen. Und ein Leichenschmaus auch nicht mehr das sein wird, was er bisher war. Der Herr der Fliegen ist entlarvt und mit Hoffnung gefüllt. Miki und Niki (oder so ählich) werd ich dämnächst auf der Wikipedia nachlesen und Rushkoff hab ich mir auch gemerkt und auf die Bücherwunschliste für den Sommer gesetzt. Das macht alles keinen Sinn? Doch, doch. Fragen Sie Maurer oder schauen Sie sich das an.
