Schnittenlimes
Wenn es nach Matthias Claudius ginge, hätte ich was zu verzählen. Weil ich eine Reise gethut habe. Nein, nein, ich hab mich nicht vertan, das Zitat ist korrekt aber antiquiert. Schreibweisen und Ausdrucksformen ändern sich mit die Zeit. Sie ändern sich aber auch mit der Distanz.
Ich erzähl mal über die Wander(reise) von Wien nach Mariazell: In der Gruppe wird dann und wann Süßes geteilt. Gummibären, Mannerschnitten und Wafferl. Dieser Satz erzeugt instant zwei Bilder vor dem geistigen Auge. Entweder Gummibären und Mannerschnitten oder Gummibären und Wafferl. Genau daran scheiden sich die Geister nun schon im Jahresintervall. Georg ist der westlichste Teilnehmer und spricht die Süßigkeit ganz selbstverständlich mit „Wafferl“ an, genauso wie der Rest der Truppe (aus dem Osten Österreichs) sie mit „Schnitten anredet. Rein technisch ist die Sache laut Manner-Webseite klar: „Manner Original Neapolitaner Schnitten bieten dir den unverwechselbaren Genuss von vier Lagen zarter Haselnusscreme zwischen fünf knusprigen Waffeln„. Also Schnitten. Und gleichzeitig gibt es einen realen Sprachgebrauch. Irgendwo zwischen Wien und Oberösterreich werden sie zu Wafferln. Gretchenfrage: wo ist der Schnittenlimes?
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