Still welcome – Tag 16

Der tägliche Unterricht wird in zwei Gruppen organisiert. Meist teilen sich die Gruppen in Afghanen  und in  Syrer/Iraker, freiwillig und ohne das Zutun von uns Lehrern.

Heute treffen die Teilnehmer zehn Minuten nach Unterrichtsbeginn ein. Ungewöhnlich, weil ansonsten überpünktlich begonnen wird. Ich erkundige mich in meiner Gruppe nach dem Grund der Verspätung. „Big meeting at home with everybody“. Ich erfahre, dass es Reibereien „zwischen Afghanen und Arabern“ gab, große Kinder verdreschen kleinere, Mütter dann die großen Kinder. Hassan versichert mir, dass es sich dabei um punktuelle Probleme handle. Gleichzeitig fragen zwei Afghanen, ob in der Gruppe der Syrer noch Platz sei. Einhellige Antwort: „na sicher“. Das Problem fehlender Arbeitsblätter der Neuankömmlinge wird  schnell gelöst: es wird geteilt.

Im Zuge der Wiederholung frage ich einen der neuen nach seiner Familie. Er habe vier Kinder, die Namen der ersten drei konnte ich mir nicht merken. Beim vierten frage ich nach: „Tamara? Den Namen gibt es auch in Österreich“. „Ja“, grinst er, „ich weiß“. Warum er sich für einen deutschsprachigen Namen entschieden habe? Er strahlt: „Weil sie hier geboren wurde“.  Vielleicht ist Integration ja doch machbar.

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