Tabu. Ein Kommunikationsspiel.

Tabu ist ein Klassiker unter den Gesellschaftsspielen. Genauer gesagt ist es ein Kommunikationsspiel. Schnell erklärt: der Mitspieler muss einen Begriff erklären. Die Schwierigkeit dabei bilden Tabubegriffe, die dabei nicht verwendet werden dürfen. Gelingt die Vermeidung nicht, so haut der Quietschbeauftragte auf eine Quietschente und besiegelt damit die Disqualifikation.

Das ist wie, wenn man die Aufhebung des Nichtraucherschutzes erklären soll und dabei die Begriffe Asyl, Wirtschaftsflüchtling, illegal, Mittelmeer und Kriminalität nicht verwenden darf. Zugegeben, das ist schon ein Beispiel aus der Meisterklasse.

Als aufgeweckter Medienkonsument und -beobachter spiele ich den Quietschentenbeauftragten.  Dabei gibt es eine Erleichterung für die Mitspieler: Fragen bzw Begriffe werden nicht eingeschränkt, alles ist erlaubt. Einzig die oben erwähnten Tabubegriffe sind gesetzt.

Anstatt eine Quietschente zu quälen hab ich ein abgewandeltes Ritual entwickelt: sobald ein Tabubegriff verwendet wird, schlucke ich ruckartig Luft in den Magen, die flugs als gerülpstes „Bullshit!“ wieder in die Welt geschickt wird. Weiters wechsle ich den Sender, blättere die Zeitung um oder starte das Smartphone neu. Je nachdem, in welchem Medium das Spiel gespielt wird.

Während der Regierungsverhandlungen hab ich einen rutualisierten Schnaps hinterhergekippt. Mein Hausarzt rät mir mittlerweile davon ab.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.