Verpeilte Verteidigung

Eine Tätlichkeit ist eine Tätlichkeit ist eine Tätlichkeit. Wer einen Gegenspieler ein stark regelwidriges Verhalten gegen den Körper eines Gegner ausübt, geht mit der roten Karte vom Platz. Doch damit nicht genug: nach dem Spiel tagt ein Gremium, das über die Höhe der Strafe entscheidet. Herzlich egal, ob dem eine Provokation vorausgegangen ist oder nicht. An die Gurgel fassen, gegen das Bein treten oder gar zu Boden stoßen geht nicht. Im Fußball ist das geklärt und wird von Anhängern beider Teams akzeptiert. Manchmal grummelnd, aber es herrscht Konsens über das (gerechtfertigte) Prozedere.

Doch das sind die wilden, die vom Fußball. In der Politik ist man da nicht so. Beispiel? Bei einem Besuch der Innenministerin in einem Rot-Kreuz-Stützpunkt wird sie von einer sichtlich aufgebrachten Helferin verbal attackiert. Ein Mitarbeiter der Ministerin verliert seine Beherrschung und stößt die Dame nach einem Wortwechsel zu Boden. Nicht geschubst, nicht gerempelt, sondern mit richig Körperein- und vorsatz. Dann endet das Video.

Was neben dem Shitstorm passiert ist bemerkenswert: Stimmen vernunftbegabter Menschen werden laut, man müsse da nicht so drauf herumreiten, es wär ihm sinngemäß halt die Hand ausgerutscht, die Dame wäre ja sehr emotional gewesen und der beschuldigte selbst argumentiert (neben einer Entschuldigung) damit, man sähe auf dem Video ja gar nicht genug um die Situation einschätzen zu können.

Meine Herren, ich glaube, es hackt. Eine Tätlichkeit ist eine Tätglichkeit ist eine Tätlichtkeit. Wenn wir „wilde“ das am Platz verstehen, dann könnt ihr das im wirklichen Leben auch.

 

https://www.youtube.com/watch?v=egA-X1qLMnQ

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