Zwischenfall

Zwischenfall

Save the planet! Eine Herkulesaufgabe. Obendrein ist es auch faktisch falsch. Dem Planeten geht es gut. Er dreht sich in atemberaubender Geschwindigkeit um die Sonne und sich selbst. Gut, dass ein paar seiner Bewohner sich am Gastrecht vergreifen wird ihm nicht entgangen sein. Aber aus der Bahn wirft ihn das nicht. Seine Bewohner womöglich schon.

Darum geht es schon eher. Wir wissen seit geraumer Zeit, dass wir uns unsere Lebensgrundlage entziehen. Das „wir“ bitte nicht persönlich nehmen. Gemeint ist damit der Mensch der letzten 30 Jahre. Genaugenommen geht es um die Bewohner der Industrienationen. Jetzt wird dieses „wir“ schon persönlicher, aber sei’s drum. Wir tun, was wir tun. Verbrauchen Ressourcen in großem Stil, nehmen uns und bezahlen nicht ausreichend dafür. So ist ein Ungleichgewicht entstanden. Zwischen verschiedenen Bevölkerungsschichten dieser Erde und zwischen den Menschen an sich und seinem Lebensraum.

Dass der einzelne das nicht in arglistiger Absicht getan hat und weiterhin tut, ist mir schon klar. Es ist halt bequem im Schlaraffenland. Eh. Aber jetzt gibt es halt was zu tun. Nachdenken. Erkennen. Was seit Jahrzenten immerwieder in den Nachrichten auftaucht als unangenehme Wahrheit kann nicht mehr weggeschoben werden. Es drängt sich auf. Nicht mehr als Störgeräusch, sondern als fiese Tatsache vor der Haustür. Das Resultat unserer Ignoranz. Wie gesagt, nicht bös gemeint. Aber wenn das alles weiterhin ein Schlaraffenland bleiben soll, dann gibt es was zu tun. Einen Kraftakt.

Sollte er gelingen, wird Greta alt und verunzelt in einem Schaukelstuhl nach getaner Arbeit zurückblicken und sagen: „Na schau, so schwierig war’s gar nicht“ (natürlich auf schwedisch). Falls nicht, denken wir uns gar nix mehr. Die Erde wird immer noch im Weltall herumschlingern, einen Moment innehalten und sich fragen:“War was?“

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