Peter Handke: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter

Die Angst des Tormanns vor dem Elfmeter, ist schon einmal falsch. Der am öftesten zitierte Buchtitel im Fußballuniversum wird so konsequent falsch wie unpassend zitiert. Richtig, es geht um die Erzählung Die Angst des Tormanns beim Elfmeter. Beim.

Zur Ehrenrettung literarisch ungenauer Sportkommentatoren sei gesagt: es hat ja eh nichts (kaum etwas) mit Fußball zu tun und so richtig verstanden hab ich die Titelgebung auch nicht.  Dieser Bloch (so heißt die Hauptfigur) war früher einmal Tormann, aber darüber erfährt der Leser wenig.

Er erfährt aber, dass dieser Bloch seine Umwelt ein wenig seltsam wahrnimmt. Dass er sich seine eigene Kausalität zurecht geschnitzt hat und diese als Maßstab für seine Welt hernimmt. So glaubt er beispielsweise, gekündigt worden zu sein, weil sein Polier grad ein wenig schief dreinschaut. Auch seine Gefühlswelt ist etwas dumpf. Er nimmt seine Umwelt durch verschobene Filter zur Kenntnis, fast schon beiläufig.

Die Angst des Tormannes beim Elfmeter ist ein Klassiker, zumindest Handke ist einer. Jetzt hab ich ihn auch gelesen und bewundere die literarische Fähigkeit eine solche Innenwelt des Herrn Blochs zu beschreiben. Gleichzeitig macht sie mir auch ein wenig Angst. Was macht dieser Handke eigentlich so…. ?

David Grossmann – Kommt ein Pferd in die Bar

Kommt ein Pferd in die Bar. Damit beginnt mein Lieblingswitz. So bin ich auch über das gleichnamige Buch von David Grossmann gestolpert. Er wird im Laufe der dramatischen Erzählung auch fertig erzählt, allerdings nimmt er eine andere Endung. Sei’s drum.

Dovele ist ein gealterter Stand-up Comedian. Er bittet einen Jugendfreund, ihn während seines Programmes zu bebachten um ihm anschließend zu erzählen, was er gesehen hat:

Das, was von einem Menschen ausgeht, ohne dass er Kontrolle darüber hat – das sollst du mir erzählen

Dovele entpuppt sich dabei als tragische Figur, die mich von Beginn an gebannt hat. Grossmanns Erzählstil ist mir nicht immer leicht gefallen: er lässt Erzählstränge beinahe überganglos ineinanderfließen. Daraus wird ein Fluß, der zunehmend an Fahrt aufnimmt und mich mitgerissen hat.

Den Leser erwarten keine Schenkelklopfer.  Kommt ein Pferd in die Bar ist ein dichtes, emotionales Buch, das mich noch lange beschäftigen wird. Schon deshalb möchte ich es hiermit dringend empfehlen.

PS: Kommt ein Pferd in die Bar. Fragt der Barkeeper: Warum ein so langes Gesicht?

 

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