Twitter sichern. 2 mal.

Um  Twitter gegenüber zu bestätigen, dass ich der bin, der ich vorgebe (@wuchale) zu sein, muss ich ein Passwort eingeben. Das ist natürlich episch lang, beinhaltet drölfzig Sonderzeichen, Groß- und Kleinschreibung, das Ergebnis hochkomplexer Rechenaufgaben  und chinesische Schriftzeichen. Sicher ist sicher. Natürlich habe ich dieses Passwort nie und nimmer nicht aufgeschrieben. Auch nicht digital. Ich merk’s mir einfach.

Passwort ist gut

Wenn -und das möchte ich betonen- selbst wenn ich einen solch paranoiden Ansatz in der Verwaltung meiner Passwörter verwenden würde, selbst dann könnten Maschinen versuchen mein Passwort zu erraten. Wenn es komplex genug ist, dann brauchen Maschinen schon ein paar Tage, Monate, Jahre. Sollte es sich aber um ein Datum, Namen, ausprechbare Wörter oder den Namen des Monitorherstellers handeln, dann haben Sie als Nutzer die elektronische Arschkarte gezogen. Dann ist es noch viel weniger eine Frage des OB, sondern eine Frage des WANN wird mein Account gehackt?

Jetzt, da ich den geneigten Leser mit Panik beladen in die offenen Armen des obergscheiten Besserwissers getrieben habe,  ist er leichtes Opfer für meinen Auftrag: make your twitteraccount a little more safe!  Das kann mit einem gscheiten Passswort (episch lang, … sie wissen schon) passieren oder damit, dass das Anmeldeverfahren bei Twitter verstärkt wird: SMS-Bestätigung. Interessiert? Ich erklär’s:

2-Weg-Sicherheit ist besser

Schutz durch Passwort ist Schutz durch Wissen. Schutz durch SMS ist Schutz durch Besitz. Nur wer ein bestimmtes Telefon in Händen hält, hält auch die Information in Händen, die in einem SMS steht. Sobald das richtige Passwort eingegeben wird, wird auch eine Zahl via SMS an die hinterlegte Telefonnummer geschickt. Diese geben Sie in die nun offene Anmeldemaske bei Twitter ein. Stimmt der Code, geht alles weiter wie bisher: Mention, Nonmention, der ganze Mühsal des Sozialen Netzwerkens.

Vorteil

Erhöhte Sicherheit durch Besitz – kein Handy, keine Anmeldung

Nachteil

Twitter hat meine Telefonnummer. Twitter macht sein Geld mit Werbung. Die Verschwörungstheorie kann sich jeder selber zusammenreimen

Bilderanleitung

Auf twitter.com anmelden und die Einstellungen wählen (Klick auf das Userbild->Einstellungen)

twitter_step1

Handy hinzufügen

twitter_step2

Im Menüpunkt Passwort/Sicherheit festlegen, dass die Anmeldung auch via SMS passieren soll

(Die Option bezüglich „Passwort zurücksetzen“ ist optional)

twitter_step3

Fertig. Die Einstellungen sind getroffen.

Ab jetzt wird bei der Anmeldung eine SMS verschickt. Das Anmeldefenster sieht so aus:

twitter_verificationFalls es Unklarheiten gibt, einfach in die Kommentare posten.

Twittertagebuch, Eintrag 2

Liebes Twittertagebuch,

diesmal bestimmen wieder Umgangsformen das Tagesgeschehen: Gegenseitiges Entziehen und Aufs-Aug-Drücken von Sie und Du. Getöse inklusive. Von Respekt ist dabei die Rede. Doch der steht nur bedingt mit der Anrede in Zusammenhang.

Es lässt sich auch per Sie wunderbar schimpfen, das hat schon das Deutsch Österreichische Feingefühl (DÖF) in Taxi besungen:

„Wos san Sie? A Kollegin san Sie? A Funsn san Sie!“

Zurück in die Realiät: Ein Arbeitskollege, er steht kurz vor der Pensionierung, besteht seit immer auf die Sie-Form in der Anrede; er möchte kein Naheverhältnis zu seinen Kollegen, warum auch immer. Er hat sich diesbezüglich nie erklärt, es hat auch nie gestört. Ansonsten wird in der Gruppe die Du-Form gepflegt. Ob er durch das Sie mehr Respekt genießt, als die anderen Kollegen? Nein, nicht merkbar. Er hat -wie gewollt- etwas mehr Abstand zur Gruppe. Mehr nicht.

Und da liegt der Unterschied, liebes Tagebuch: Sie schafft Distanz nicht notwendigerweise Respekt. Per Du rückt man sich hingegen ein wenig näher. Analog und digital. Der Unterschied ist die Default-Einstellung: im wirklichen Leben Sie im digitalen Du, beides lässt sich ändern. Die Art und Weise, wie das geschieht, kann Respekt einbringen. Oder auch nicht.

Twittertagebuch, Eintrag 2

Liebes Twittertagebuch,

diesmal bestimmen wieder Umgangsformen das Tagesgeschehen: Gegenseitiges Entziehen und Aufs-Aug-Drücken von Sie und Du. Getöse inklusive. Von Respekt ist dabei die Rede. Doch der steht nur bedingt mit der Anrede in Zusammenhang.

Es lässt sich auch per Sie wunderbar schimpfen, das hat schon das Deutsch Österreichische Feingefühl (DÖF) in Taxi besungen:

„Wos san Sie? A Kollegin san Sie? A Funsn san Sie!“

Zurück in die Realiät: Ein Arbeitskollege, er steht kurz vor der Pensionierung, besteht seit immer auf die Sie-Form in der Anrede; er möchte kein Naheverhältnis zu seinen Kollegen, warum auch immer. Er hat sich diesbezüglich nie erklärt, es hat auch nie gestört. Ansonsten wird in der Gruppe die Du-Form gepflegt. Ob er durch das Sie mehr Respekt genießt, als die anderen Kollegen? Nein, nicht merkbar. Er hat -wie gewollt- etwas mehr Abstand zur Gruppe. Mehr nicht.

Und da liegt der Unterschied, liebes Tagebuch: Sie schafft Distanz nicht notwendigerweise Respekt. Per Du rückt man sich hingegen ein wenig näher. Analog und digital. Der Unterschied ist die Default-Einstellung: im wirklichen Leben Sie im digitalen Du, beides lässt sich ändern. Die Art und Weise, wie das geschieht, kann Respekt einbringen. Oder auch nicht.

Twittertagebuch, Eintrag 1

Liebes Tagebuch,

das glaubst du mir nie! Ich würde es ja selbst nicht glauben, hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen: in meinem Lieblingssocialmedianetzwerk (der Einfachheit halber nenne ich es ab nun twitter) spinnen sie. Nicht alle, aber so viele. Da herrscht helle Aufregung. Die einen tun so, als würde es sie nicht tangieren, fragen aber dann doch nach, worum es eigentlich geht und die anderen diskutieren heftig mit, über die Sache. So ist halt jeder damit beschäftigt oder besser gesagt: wird beschäftigt. Mit der Tatsache, dass sich erwachsene (ja, liebes Tagebuch, ich bin mir ziemlich sicher) Menschen versuchen, sich gegenseitig die Augen auszukratzen. Weil… ja warum eigentlich? Vorgegeben werden Unterstellungen. Dass manche User nicht ihren richtigen Namen verwenden würden oder eine natürliche Person mehrere Accounts betreiben würden. Das scheint manchen ein unerträglicher Zustand zu sein. Weil angreifbar müsse man schon sein.

Ja, ganz, ganz sicher, liebes Tagebuch, das sind erwachsene Menschen. Ich hab ja deren Bilder gesehen und die haben auch Namen, also sind die echt. Auf jeden Fall stellt sich dann heraus, dass die Echtheit der Benutzer doch nicht soooo problematisch sei. Vielmehr ginge es einfach um’s Hinhauen auf eine Gruppe, weil die Mitglieder der Gruppe auch hergehaut haben, auf einen selber oder auf Freunde. Oder auf sonstwen. Na und weil die auch nicht aufgehört haben damit.

Die haben auch auf einen hingehaut, der seinem Freund gratuliert hat, oder seinem Chef halt. Das scheint einen Unterschied zu machen. Auf jeden Fall hat es nicht gepasst WIE er gratuliert hat. Nein, liebes Tagebuch, ich hab’s auch nicht richtig verstanden. Vielleicht versteh ich ja so vieles in diesem Twitter falsch. Das geht aber nicht nur mir so. Auch andere verstehen dieses Twitter als öffentliche Gladiatorenarena, in denen nicht mit Dreizack und Netz sondern mit 140 Zeichen und RTs gekämpft wird. Da schleudert man Mentions in des Gegners Auge und freut sich diebisch darüber, dass sie ihm jetzt tränen. Oder sich nur ärgert, das ist auch schon was wert. Weil als Sieger muss man schon vom Feld gehen, es schauen ja alle zu.

Und genau das, liebes Tagebuch, ist ein Grundübel: es schauen alle zu und es braucht einen Sieger, glauben die. Man könnte auch aufeinander zugehen und sich die Hände reichen, auch das geht mit 140 Zeichen. Oder sich sagen, dass das man nicht miteinander spielen will und sich konsequent ignoriert. Das geht auch. Aber wie zeigt man allen Zuschauern, dass man den anderen ignoriert? Dass man wortlos über dem anderen steht? Hm, ich weiß es auch nicht liebes Tagebuch. Ich weiß aber auch nicht, warum das wichtig sein soll.

Dein wuchale

TwittKULTur 2013 im Tachles

Twitteranten sind ulkig. Eine Ziege mit Zahnspange will mit seinem Saxophon die Wiener Welt aufmischen. Schon springt ihm ein Lokalbetreiber zur Seite. Ein Termin ist bald gefunden, die ersten Neugierdsnasen stecken die ihre in die Sache, aus dem Hirngespinnst wird eine fixe Idee. Großes ist am Entstehen. Viele fleißige Hände arbeiten an einem kreativen Projekt. Proben gab es schon, wird es noch geben, das Programm wird im Tagesrhythmus aktualisiert. So sind’s die Twitterleut. Um ein wenig dieser Verrücktheit abzukriegen ist ein Besuch der Veranstaltung empfehlenswert. Alle aktuellen Infos sind hier zusammengetragen:

twittKULTur 2013Motto

Vom virtuellen Leben in die Realität. Über Twitter hat sich eine Runde Kunstschaffender zusammengetan, um Gutes zu tun. Musik, Lesungen & Kabarett, zwischendurch eine Versteigerung – der komplette Reinerlös kommt dem Kinderhospiz zu Gute.

Musik

Für die musikalische Unterhaltung sorgt die neu gegründete TWITTERKAPÖHN mit Daniel Landau (@LandauDaniel), Heinz Duschanek (@hedu) & Fabio Polly (@FabioPolly), Matthias Maly (@musicmat_AT), Bernhard Vosicky (@BernhardVosicky),Markus Posch (@CitamurD), Christian Hofler (@tschahnschpange) sowie ANGST AND ANGER mit Wolfgang Zaunbauer (@zaunbauer), Peter Walder (@spottgedicht), Stefan Taferner.

Vorgeschmack gefällig? Die Autows werden im Tachles wohl sehr kleine Runden drehen müssen, aber die Kombo kann sich austoben.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=w9uFcbP7bbg[/youtube]

Text

Wir freuen uns auf Lesungen und Kabarett von Gerda Hillebrand (@GerdaHillebrand), Lukas Daniel Klausner (@Vilinthril), Dieter Chmelar (@chmelar_dieter), Gino Cultura (@ginocultura) und Gabriele Kuhn (@gabrielekuhn)/Michael Hufnagl (@MHufnagl).

Bild

Zur Versteigerung gelangt das neueste Werk von diefotografen.co.at – Aliens stören die Wiener Gemütlichkeit.

Durch das Programm führt Nicole Kolisch (@nic_ko).

Weitere Details zum Programm sowie das genaue Line-up folgen.

Ort

Wann? 25. Oktober 2013, ab 19:30

Wo? Im Tachles, Karmeliterplatz, 1020 Wien

Eintritt? NUR € 5,- (wir erhoffen uns im Gegenzug angemessene Spendenbereitschaft)

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Twitter meets Flattr: Superfav!

Die Verlinkung ist des Bloggers Brot. Der Twitterant hingegen freut sich gern mal über einen Fav oder einen RT. Diese emotionale Währung ist nun dabei sich mit realmonetären Abbildern zu manifestieren. Sprich: Es gibt Kohle gute Tweets. Was gut ist, liegt dabei im Auge des Betrachters.

Superfav.com

Wie auch immer, der neue Dienst Superfav.com hat es sich zur Aufgabe gemacht Flattr und Twitter zusammen zu bringen. Will man sein Geld unter die Twitteranten bringen meldet man sich dort mit Twitter- und Flattr-Account an. Das war’s. Den Rest übernimmt Superfav. Favorisiert man via Twitter einen Tweet, so wird dieser (und damit sein Urheber) automatisch geflattred. Schön.

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Twitter und die UEFA: undurchsichtige Werbung

Erst über diesen Klick werden alle Tweets eingeblendet

Die UEFA geht bei Twitter auf Einkaufstour. Oder Imagetour. Je nachdem. Wie das Firmenblog von Twitter Deutschland bekannt gibt werden auf der WebVersion des Hashtags #EM2012 ausgesuchte Tweets zum Thema Europameisterschaft 2012 angezeigt.

Ich bin nach-wie-vor gespalten, ob ich solche Aktionen gut finden soll. Offensichtlich ist Twitter gerade dabei seine Ressourcen (User, Tweets und Hardware) in Geld umzuwandeln. Erstes Beispiel war der Deal mit Nascar, dann die expanded Tweets (die natürlich zahlenden Partnern vorbehalten sind) und jetzt eben die UEFA. Read More