Clearingstelle

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Es ist eine große Schleife, die zu drehen ist. So ein Turnaround passiert nicht über Nacht und schon gar nicht passiert er. Er will gemacht werden. Er verlangt Anstrengung und die passiert im Kopf. Was heißt es, seinen Lebensstil zu ändern, um der Erde keine Belastung zu sein? Berechnungshilfen und Tipps gibt es zu Hauf im Netz. Anleitungen für ein gutes Leben. Ein richtiges aus Sicht unserer Grundlage. Ich werde mich hüten den moralischen Finger zu schwingen. Erstens fehlt mir das Recht dazu und zweitens bin ich selber damit beschäftigt, diese große Schleife zu drehen.

Warum das wichtig ist? Weil sich unseres Grundlage ansonsten ändern würde, wird. Wir Menschen verbrauchen mehr Ressourcen, als die Erde auf Dauer liefern kann. Da gibt’s dann aus Sicht des Systems nur zwei Möglichkeiten: entweder weniger verbrauchen oder den Verbrauch auf weniger Menschen aufteilen. Derzeit wahrscheinlicher ist die zweite Variante: ein Klimawandel, dessen Auswirkungen Teile(?) der Erde unbewohnbar macht, wird unschöne Bilder erzeugen. Da ist die erste Variante schon die schönere und verheißungsvollere. Vor allem kann die auch lustvoll passieren.

Verzicht ist im Umfeld von Konsumwahn negativ konnotierter. Doch ist er das wirklich? Muss ich mir tatsächlich einen Wettlauf mit der Werbeindustrie liefern, dem letzten heißen Scheiß hinterherhecheln? Haben und anhäufen um zu sein? Oder weglassen und entspannen? Das hysterische Treiben einer überhitzten Gesellschaft gelassen beobachten. Erkennen, dass ich nicht alleine bin. Dass es eine Bewegung gibt, die dem Konsumwahn abgeschworen hat um ein gutes, gleasseneres Leben zu leben. Für sich und für alle.

„Hinterlassen Sie diesen Ort, wie sie in vorgefunden haben“ lese ich auf einer Reise. In Gedanken spiele ich mit dem Gedanken, dass damit nicht die Toilette sondern unsere Erde gemeint sein könnte. Eine schöne Vorstellung. Sich als Gast verstehen, der wieder geht. Zwischen Ankunft und Abschied vom Gastrecht Gebrauch machen. Umsichtig und zuvorkommend. Zum Ende mit einem guten Gefühl zurückblicken und den nächsten Platz machen. Das klingt für mich nicht nach Verzicht. Sondern nach Klarheit. Und wieder ein Stück Schleife im Kopf geschafft. Geht ja.

Photo by FOX from Pexels

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