Werbung nervt. Vor allem in Blogs.

Internet ohne Werbung gibt es nicht. Bannerwerbungen, die den Screen zukleistern, stehen an der Tagesordnung. Dagegen kann man sich recht gut wehren. Besonders ärgerlich sind Blogger, die ihre treue Leserschaft über’s Haxl hauen wollen und versuchen Werbetexte als persönliche Blogposts zu tarnen.

Blogs verfolge und lese ich regelmäßig; zumeist kluge Menschen schreiben klug über ihre Welt. Manchmal witzig, manchmal nachdenklich. Blogs mit technischem Schwerpunkt, über Musik, über Politik, über Sprache oder in allen denkmöglichen Kategorien. Manchmal steck ich meine Nase auch in die mir völlig unbekannte Modewelt. Meine wunderbare Welt der Blogs.

Wenn aus diesen persönlichen Beiträgen gesponserte Beiträge werden, werd ich unlustig. Die Angebote aus der Werbewirtschaft kenne ich: im Gegenzug für  Produktproben oder Gutscheinen (oho!) erklärt man sich bereit, sein Blog als Werbefläche zur Verfügung zu stellen. Vorgefertigte Textbausteine und Bilder müssen verbaut werden, das ist meist Bedingung. Freier Spielraum wird natürlich auch gewährt: man darf seine Meinung zum Produkt kundtun. Man suggeriert so etwas wie eine Partnerschaft, tatsächlich ist es ein zumeist einseitiges Geschäft für den Anbieter. Der Blogger fühlt sich geschmeichelt, der Anbieter lacht sich ins Fäustchen, so billig kriegt er Werbung sonst nicht im Markt unter.

Dass sich der eine oder andere Blogger etwas dazuverdienen will kann ich sehr gut verstehen. Wer sich vor den Werbekarren spannen lassen möchte, der soll das auch tun. Allerdings hab ich dazu einen einzigen dringenden Wunsch: Kennzeichnet die Beiträge schon in der Überschrift oder zumindest am Beginn des Beitrages. Dass sich die Verfasser ein wenig schämen erkennt man an zB verstohlenen *sponsored Post in der 8-Punkt-Fußzeile oder am Label Advertorial. Das ist nichts anderes als ein Feigenblatt. Ihr täuscht eure Leser damit in der Hoffnung, dass es ihnen nicht auffällt. Wenn ihr Werbung macht und eure Leser behalten wollt, dann redet tacheles und kennzeichnet Werbung auch als solche. So kann der Leser entscheiden, ob er weiter liest oder nicht.

Das ist natürlich nur ein frommer Wunsch. Allerdings verschwinden solche Blogs aus der Abonnentenliste, wenn sich die Täuschungsversuche wiederholen. So gut kann der Content gar nicht sein.

Bierbauch und Likör

Werbung mit Augenzwinkern funktioniert. Zumindest so weit, dass ich sie gerne sehe. Diesmal gelingt dem Hersteller des Likörs Southern Comfort ein solcher Geniestreich. Schlicht und orange. Read More

Twitter und die UEFA: undurchsichtige Werbung

Erst über diesen Klick werden alle Tweets eingeblendet

Die UEFA geht bei Twitter auf Einkaufstour. Oder Imagetour. Je nachdem. Wie das Firmenblog von Twitter Deutschland bekannt gibt werden auf der WebVersion des Hashtags #EM2012 ausgesuchte Tweets zum Thema Europameisterschaft 2012 angezeigt.

Ich bin nach-wie-vor gespalten, ob ich solche Aktionen gut finden soll. Offensichtlich ist Twitter gerade dabei seine Ressourcen (User, Tweets und Hardware) in Geld umzuwandeln. Erstes Beispiel war der Deal mit Nascar, dann die expanded Tweets (die natürlich zahlenden Partnern vorbehalten sind) und jetzt eben die UEFA. Read More

Gelungen: Twitterwerbung via Hashtagseiten

Auf Twitter kann geworben werden. Jetzt auch mit Hashtagseiten. Warum die Idee gut, die Haken dabei aber buh sind, will ich hier beschreiben.

Versuchsballon #NASCAR

Die Nascar Foundation hat sich den Hashtag #NASCAR gekauft. Die Suche nach diesem Schlüsselwort ist mit Werbung behaftet. Der Hashtag wird möglichst oft via TV oder auf  Twitter (durch die User selbst) selbst unters Benutzervolk gebracht. Ein Klick -> Werbung. Ich finde die Variante wirklich gut. Hauptsächlich, weil sich Werbung so umschiffen lässen, wenn man sie nicht haben will. Read More

Rote Ampel für den Bildbearbeitungsgesetzesvorschlag

Ein Bildbearbeitungsgesetz muss also her. Zumindest wenn es nach dem Vorschlag der SPÖ-Frauen ginge. Weil warum? Kinder und Jugendliche griffen vorschnell zu Schönheitsoperationen, so die Initiatoren. Die Werbeindustrie verdrehe uns mittels Plakat/Werbung/… den Kopf mit verhübschten Frauenbildern. Oder so. Damit der Konsument die Täuschung sofort erkennt soll eine Ampel auf das Bild. In Form eines Lichtsignals soll der Stärkegrad der digitalen Veränderung erkennbar sein. Abgesehen von den Gedanken, die sich Onacter in seinem Blogpost gemacht hat, finde ich die Idee eher nicht ausbaufähig. Read More

Noch einmal: ORF, quo vadis?

Nicht alles wird schlechter im TV. Das Angebot steigt stetig. Kanäle noch und nöcher. Im Wochenrhythmus meldet meine Fernseher: Mehr Kanäle! Gute und sehenswerte Inhalte sind vorhanden. Man muss sie allerdings suchen. Eine Anstrengung, die vom mündigen TV-Konsument verlangt wird. Zurecht zumutbar.

Die Möglichkeit der Wahl ist Gold wert. Ein Sender liefert beliebigen Trash? Switchen. Fertig. Soweit ok. Für mich aber nicht. Zumindest nicht beim Haus- und Hofsender ORF.  Ich bin überzeugt vom Modell des staatlichen Rundfunks. (Zwangs)geförderte Inhalte, die sachlich recherchiert, gerne auch trocken serviert werden. Der Blick auf die Quote muss nicht sein, da ohnehin gefördert und bezahlt. Wie gesagt: zwanghaft. Jeder Bürger, der im Laufe seines Tagesablaufes über ein Gerät stolpern könnte, das unter Umständen ORF-Bilder ausstrahlen könnte, muss zahlen. Sei es auch noch so eventuell. Read More

Kein Abspann und das zu laut. Fernsehen im ORF. Wird besser. Teilweise.

(c) Jan Kåre Rafoss, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

TV. Film. Spannungsbogen. Crescendo zum Finale. Erlösung. Wohlgefallen. Abspa… nein. Kein Abspann. Sondern eine laut plärrende Ankündigung des nächsten Kinoklassikers. Der nun endlich in der Free-TV-Premiere zu sehen ist! Natürlich im ORF. Wooohooo!

Doch genau das will ich in diesem Moment nicht sehen und schon gar nicht hören. Ein Film braucht Abspann. Das gehört dazu. Aus mehrerlei Gründen: Zunächst aus Gewohnheit. Ja, Gewohnheitstier. Ich. Read More