Tierwohl. My Ass

Ich wollt ich wär ein Rindviech. Im Stall von Rewe. Weil denen geht es besonders gut. Die Werbetrobbel wird so heftig gerührt, man könnte meinen, ihren Viechern staubt das Tierwohl bei den Ohren raus, so gut geht es ihnen.

Fleisch steht halt grad schlecht da. Nicht wegen der Vollspaltenböden, da steht es sich auch schlecht, aber imagemässig. Fleisch muss verkauft werden. Der Zeitgeist spricht sich nämlich dagegen aus. Weil klimaschädlich und ethisch auch nicht einwandfrei. Zumindest plagt man sich mit moralischen Unwegbarkeiten, wenn man sich erstmal mit der Frage auseinandersetzt, warum wir Tiere essen. Mit welchem Recht wir uns über sie erheben und über Leben, Leid und Tod entscheiden. Und das am Kühlregal. Rabattmarkerljagend. Da schaut man schon gern zu, wie Kuh, Schwein, Huhn und Co verhätschelt werden. Bevor es an die Fleischernte geht. Aber das ist mein Problem, mit dem ich mich herumschlage. Genau genommen, muss sich jeder für sich selber damit herumschlagen. Und da kommt die Werbung ins Spiel.

Die romantisierte Version der Schweine- und Rinderernte muss unters Fressvolk gebracht werden. Dabei überschlagen sich die Handelsketten in Jubelmeldungen darüber, wie toll die Tiere behandelt werden. Here a Tierwohl, there a Tierwohl, everywhere a Tierwohl! Der Grundtenor: die Produzenten gestehen den Tieren allerlei Goodies zu. Zum Beispiel Tageslicht. Oder Auslauf. Also rausgehen, oder sich am Rücken kratzen Also.. es geht ihnen schon gut. Besser als es ihnen laut Gesetz gehen müsste. Gönnerhaft. Gelogene Romantik. Wir lassen uns gern für dumm verkaufen und klopfen uns auch noch auf die Schulter dafür.

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