Hoerbuch to like

Hörbücher funktionieren für mich als Kopfkino sehr gut. Manche davon bleiben mir so stark in Erinnerung, dass ich sie gerne empfehlen möchte. Dazu dient diese Seite, die im Bedarfsfall erweitert wird.

Die Reihung ist chronologisch, Wertung im Text. Für alle Einträge gilt: sind sie online, sind sie empfohlen.

Here we go:

 

 

 

 

[aesop_chapter title=“Der Orientzyklus“ bgtype=“img“ full=“on“ img=“https://www.kramure.at/blog/wp-content/uploads/2017/08/mohammad-alizade-341348.jpg“ video_autoplay=“on“ bgcolor=“#888888″ revealfx=“off“ overlay_revealfx=“off“]

In Buchform warb Karl May auf verlorenem Posten um meine Gunst für seine Abenteuer. Dabei war jeder brave Bub Omas Liebling, wenn er die Abenteuer in grünem Leineneinband zu vervollständigen suchte. Ich hab mein Taschengeld lieber für die wöchentliche Mickey Mouse ausgegeben.  Aber Schallplatten, damit war ich zu locken. Beinahe täglich hat die Plattennadel wunderbare Geschichten vom Vinyl gekratzt und mir in den Kopf gezaubert. Da waren dann auch Winnetou und Old Shatterhand Helden. Genau genommen war es Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah, der mich beeindruckt hat.

Der spielt auch im Orientzyklus von Karl May eine gewichtige Rolle. Allerdings weit weniger blödelhaft als in den Verfilmungen. Was gut ist. Jedenfalls wurde dieser Romanzyklus  (bestehend aus Durchs Wilde Kurdistan, Von Bagdad nach Stambul, In den Schluchten des Balkan, Durch das Land der SKipetaren und Der Schut) vom WDR 2006 zu einer beachtlichen Hörbuchproduktion verwoben.

Dabei herausgekommen sind 12 Stunden atmosphärisches Abenteuer. Erzählkraft der Sprecher und Vertonung haben es immer wieder geschafft, mich ganz dicht an die Geschichte heranzuholen. Großes Kopfkino über Freundschaft, Treue und Mut. Ein wilder Ritt durchs wilde Kurdistan. Oh lucky me!

Der WDR hat die Produktion zum Download angeboten, allerdings zeitlich begrenzt. Hurtig zugreifen!

 

 

David Grossmann – Kommt ein Pferd in die Bar

Kommt ein Pferd in die Bar. Damit beginnt mein Lieblingswitz. So bin ich auch über das gleichnamige Buch von David Grossmann gestolpert. Er wird im Laufe der dramatischen Erzählung auch fertig erzählt, allerdings nimmt er eine andere Endung. Sei’s drum.

Dovele ist ein gealterter Stand-up Comedian. Er bittet einen Jugendfreund, ihn während seines Programmes zu bebachten um ihm anschließend zu erzählen, was er gesehen hat:

Das, was von einem Menschen ausgeht, ohne dass er Kontrolle darüber hat – das sollst du mir erzählen

Dovele entpuppt sich dabei als tragische Figur, die mich von Beginn an gebannt hat. Grossmanns Erzählstil ist mir nicht immer leicht gefallen: er lässt Erzählstränge beinahe überganglos ineinanderfließen. Daraus wird ein Fluß, der zunehmend an Fahrt aufnimmt und mich mitgerissen hat.

Den Leser erwarten keine Schenkelklopfer.  Kommt ein Pferd in die Bar ist ein dichtes, emotionales Buch, das mich noch lange beschäftigen wird. Schon deshalb möchte ich es hiermit dringend empfehlen.

PS: Kommt ein Pferd in die Bar. Fragt der Barkeeper: Warum ein so langes Gesicht?

 

Auf der Blockheide bei Gmünd

Ausflug ins Waldviertel um der Hitze zu entfliehen. Geschwitzt haben wir trotzdem, auf der Blockheide bei Gmünd. Angelockt haben uns die Wackelsteine. Granitblöcke, an denen die Erosion so lange nagt, bis ihre Auflagefläche so klein wird, dass sie von Menschenhand bewegt werden können.

Woher die Steine kommen? Von unten. Die waren immer schon da, wurden unterirdisch durch gefrorenes Wasser in Blöcke gesprengt. Nun sind sie aufgetaucht.

Viel lyrischer hat Erich Kykal das Auftauchen der riesigen Granite beschrieben. Darum überlasse ich die Bühne hiermit ihm. (Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass er mir die Erlaubnis erteilt hat, dieses Sonett hier zu verwenden)

 

*Auf der Blockheide*

Wo Grün an Grün sich findet zu Gestalten,
da Feld und Wald sich aneinanderschmiegen,
dort sieht man Steine wie Giganten liegen,
die seit Äonen ihren Atem halten.

Als stemmten sie aus tiefen, grabeskalten
Verliesen sich ans Helle, um zu siegen,
den Gott, der sie verbannte, zu bekriegen,
erheben sie sich aus der Erde Falten.

Dies sind die wahren, wirklichen Uralten,
entrückte graue Greise, die als Riesen
dereinst gewaltig waren, mit geballten

und moosbehaarten Fäusten, um mit diesen,
wenn sie im Ringen aufeinanderprallten,
ein Donnern zu entfachen über Wiesen.

Mehr von Erich Kykal gibt es hier zu ent-decken: Gedichte-Eiland

Zu hunderten laden diese Giganten ein zum Verharren, Berühren oder Bekraxeln. Mausezahn mussten sie nicht lang bitten, sie zwängte sich durch Spalten und kletterte ausgiebig auf dem handwarmen Gestein. Denn die sind geduldig, selbst bei brütender Hitze.

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Tom, Stammersdorf und die Omama

Über Stammersdorf und Bisamberg ist alles gesagt. Spätestens seit dem Twandertag Anfang Juli. Tom hat ein paar Twitteranten um sich geschart um ihnen Stammersdorf, den Bisamberg und alles erzählenswerte drumherum näherzubringen. Und er weiß eine Menge. Wer wann Stammersdorf angegriffen hat, wie es sich verteidigte, wann Straßenbahnen fahren, welche Farbe ihre Haltestangen tragen, wer in welchem Wald („Herrenholz, oida!“) Flugzeugmotoren gebaut hat und warum es Orte mit Straßenschildern gibt, an die dennoch keine Post zustellt wird.

Die Kuriosität des Ausweichkrematoriums ist ihm nicht fremd. Das hätte sich am anderen Friedhof (Stammersdorf hat zwei) befunden. Grad, als er mich soweit hatte, dass ich ihm alles, wirklich alles, geglaubt hätte, grad da stolpert er. Die Frage auf welchem der beiden Friedhöfe denn „die Omama“ jetzt begraben sei, beantwortet er mit blankem Unverständnis. Er wisse nichts von einer „Omama“, bloß die seine kenne er. Uff. Und das, obwohl eine nicht näher genannte Twanderin doch seit der Endstation des 31ers allen mit dem unaufhörlichem Summen des Omamaliedes in den Ohren gelegen ist.

Damit durch meinen dummen Scherz kein ungut falsches Bild entsteht: Tom ist ein Guter. Ein Stadtchronist, der Wien sein Herz geöffnet hat. Akribisch geht er Jahreszahlen, Geschichten und Faktischem auf den Grund. Und er kann mit einer Freude darüber erzählen. Man muss ihn einfach gern harben. Und was mich besonders freut: er befindet sich auf der Zielgerade zum Lehramt. Geschichte natürlich. Liebe Kinder: freut euch!

Einen ausführlichen Bericht zur Wanderung selbst hat Sabine hier gepostet. Sehr gelungene Bilder, wie ich meine.

Ich tät mich hiermit gleich anmelden wollen für den nächsten Twandertag. Egal wohin.

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PS: Nix für ungut, lieber Tom. Der Ludwig Hirsch war ohnehin kein Wiener und damit nicht in deinem Revier
https://www.youtube.com/watch?v=1FC9xT3EGgE

 

Tanz, Herbert, tanz!

„Sind die Texte des Albums denn autobiographisch?“ Eine der hohlsten Fragen, die man einem Künstler stellen kann. Vor allem dann, wenn eine Stunde der Vorbereitung in das Durchhören des Albums Dauernd Jetzt die Peinlichkeit ersparen könnte. Frau Stöckl hat dies offensichtlich versäumt und sich obendrein mit der verneinenden Antwort zufrieden gegeben, dass die Texte ein aufpoliertes Silmittel seien. Die Rutsche ignorierend will sie dann wissen, ob die neue Frau an Grönemeyers Seite in der Öffentlichkeit stünde.

 

Dauernd Jetzt

Dauernd Jetzt

Es sind zumindest zwei Nummern (Roter Mond, Neuer Tag), die offensichtlich auf den Verlust seiner Frau Anna referenzieren. Auch die neue Liebe wird inhaltlich explizit (sogar in der der Singleauskopplung Morgen) besungen. Oder der Weltmeistertitel des Deutschen Nationalteams. Und das ist nur eine oberflächliche Suche nach autobiographischen Zügen.

Bei näherer Betrachtung hätte man auch erkennen können, dass Dauernd jetzt einen Richtungswechsel nach Mensch, 12 und Schiffsverkehr markiert. Er trägt das Album mit lang vermisster Souveränität vor, setzt seine Schritte (nicht die Töne 🙂 ) zielsicher. Endlich, endlich braucht er kein Orchester mehr, das ihn stützt. Keine fulminant theatralische Überschwänglichkeiten. Da und dort ein Streicher, mehr nicht. Der Text macht wieder die Musik.

Am authentischsten waren immer schon die Lieder, in denen er sich nur mit einem Klavier die Bühne teilt. Auf Dauernd jetzt ist das nicht anders. Die Nummern Roter Mond, Unter Tage, Feuerlicht, Pilot und Neuer Tag schöpfen ihre unwiderstehliche Kraft aus einer Reduziertheit. Dass ihm dann und wann ein gejuchtztes sing it! auskommt macht letztendlich klar:

Er tanzt wieder. Und das ist groß.

 

Update 27.11.2014

Der Falter hat ein lesenswertes Interview mit Grönemeyer geführt. London, Deutschland, tanzen, …

The Endless River. Ein Nachruf.

Ein Nekrolog ist wortwörtlich eine Rede für eine Leiche, also ein Nachruf. Viktor ist Nekrologe, er erstellt Nachrufe schon bevor die zu lobende Person ins Gras gebissen hat. Auf Vorrat. Es sei erwähnt, dass Viktor eine Romanfigur ist, er entstammt einer Geschichte, die ich für äußerst lesenswert halte. Was Viktor mit Pink Floyd zu tun hat? Will ich aufklären:

Vorige Woche erschien das Album „The Endless River„. Nach eigenen Angaben ihr letztes. Wie es zum Album kam hab ich hier beschrieben.

Die Erwartung war nicht sonderlich hoch und sie wurde nicht übertroffen. Das Album nimmt einen spährisch hörenswerten Anlauf, schafft einen kratzigen Höhenflug (Sum!) verliert sich dann aber in musikalischer Bedeutungslosigkeit. Erst am Ende erregt der Gesang von Gilmour wieder Aufmerksamkeit. Auch nach dem zehnten Durchlauf kann ich im Album keine Seele entdecken, es bleibt unverbindlich. Auch im Abgang.

„I never said I was frightened of dying.“ – the great gig in the sky, pink flod

Was mich wieder zu Viktor fürt: The Endless River ist ein musikalischer Nekrolog auf Pink Floyd, geschrieben und ausgeführt von der Band selbst. Besser gesagt von dem, was von ihr übrig geblieben ist und damit meine ich nicht nur die Bandmitglieder. Auch der Drive, die Verve sind auf dem langen Weg verloren gegangen. Ich vermute die baldige formelle Auflösung, logisch wäre sie.

Was mit einem psychedelischen Experiment in Londoner Clubs in den 60ern begann, geht mit einem blutleerem The Endless River zu Ende. Amen.

Grazer Gastlichkeit

Herbstzeit ist Ludwig Hirschzeit, aber das ist eine andere Geschichte. Herbstzeit ist auch Wir-fahren-gemeinsam-weg-um-unsere-Geburtstage-zu-feiern-Zeit. Wir, das sind der beste aller Freunde und ich. Voriges Jahr Linz, heuer  eben Graz. Die Kurzversion: es war lässig.

Langversion

Warum Graz? Eine Verlegenheit, so groß ist die Auswahl an Städten nicht, die zwei  neugierige Spaziergängern zwei Tage lang unterhalten können.Darum Graz. Mit dem Zug in zweieinthalb Stunden angereist. Gefühlt war es länger, weil ich mir nicht aussuchen konnte, wer neben mir sitzt. Auf der Heimfahrt hat mich ein von Drogen weichgekochter DJ-Ötzi Verschnitt zugeplaudert. Der war mirl lieber als die pseudo emanzipierte Besserwisserin Richtung Semmering. Blöde Kuh. Hoffentlich liest du das.

Nette Leit Show

Öffentlich das Hotel erreicht. Erster Eindruck: ganz schön viel Döner auf dem Weg hierher. Wieder ausgerückt ins Bermudadreieck, den Abend absacken lassen. Lauter lässige Leute. Und freundlich. Sogar die, die arbeiten mussten waren gutgelaunt. Ob man uns den Wiener ansah und ein böses Spiel mit uns treiben wollte? Wenn ja, dann war es sehr glaubhaft und konsequent durchgezogen: das ganze Wochenende über sahen wir uns mit dieser Nettigkeit konfrontiert. Zum Angewöhnen.

Frisches Bier in neuen Schläuchen

Am nächsten Tag brunchen, shoppen, in eine Beitz reinstolpern und Steirische Gastwirtschaftsfreundlichkeit genießen („Deaf i eich dawäul a neiches Bierli herrichten?“), danach Powernapp und wieder ins Bermudadreieck zum Absacken. Ja klar hätten wir zum Tschechern auch in Wien bleiben können. Dort ist es aber nicht so entspannt.

Eindrücke

Überall Fahrräder, Kaffee, der spitz machen soll (die Werbung verspricht’s, aber hornig bin ich nie geworden), an jeder Ecke ein Stum Graz Pickerl (mäh), der Leberkäspeppi heißt hier Willi und steht ihm um nix nach, mein erstes Eisgreisslereis vergess ich nie (Birne!!)  und Maroni werden im 1/4-l-Gebinde feilgeboten. Wer soll das schon verstehen? Muss man aber auch nicht. Graz ist einfach südlicher und das ist gut.

Jetzt sind wir wieder da. Bei den Grantlern. Happy Birthday.

 Bilder

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3 x lesen

Freitag Nachmittag ist mein schönster Teil des Wochenendes: es ist noch so viel Vorfreude übrig. Mit Aussicht und Hoffnung auf Zeit zum Lesen stöbere ich gern in der Trafik am Westbahnhof. Die ist größer als meine Wohnung, da gibt es mehr Lesestoff als Freizeit. Mehr Luxus geht nicht. Diesmal hab ich mich damit eingedeckt:

Der Österreichische Journalist

Der Österreichische Journalist

Der Österreichische Journalist

Das Experiment. Die aktuelle Ausgabe machte mich mit lachsrosa Cover auf sich aufmerksam. Titelgeschichte über Fusion von online- und Printredaktionen des Standard. Geschichten, die mir auch in Erinnerung geblieben sind: Einführung NZZ in Österreich, Expansionsstrategie eines Paid Content Anbieters in Wiener Büro.

Der Österreichische Journalist ist als Branchenmagazin zu interpretieren. Die Reportagen sind  distanziert kritisch und überzeugen mich durch inhaltliche Tiefe. Die meisten Berichte wurden von freien Journalisten gestaltet.

Eine willkommene Widergutmachung der Journalistenzunft, deren Ruf durch eitle Twittergockel  angeschlagen ist.

Reportagen

Reportagen

Reportagen

Die Bank. Die akteulle Ausgabe des Schweizer Reportagenkleinformates ist wieder…. ach, was soll ich sagen, ich bin verliebt. Ich mag die Geschichten einfach. Schlicht und ergreifend. Mehr zum Format an sich, hab ich hier zusammengefasst. Obwohl ich erst zwei Reportagen gelesen habe, wird mir die über den Whistleblower Salcedo besonders eindrucksvoll haften bleiben.

MOFF

MOFF

MOFF

Der Spaß. Haderers Satireschundheflterl. Kult!

 

 

 

 

 

 

 

Das Wochenende? Auch wegen genügend Lesezeit: Herrlich!