Kampwärts #mz19

Kamp kommt von „krumm“, etymologisch. Meint, der Fluss schlängelt sich gemächlich durch die Landschaft, gräbt sich da und dort ein und sucht sein Glück in der Biegung. Eilig hat er es dabei nicht. Das hat uns angesteckt zu dritt gemächlich flussaufwärts zu spazieren. Da und dort haben wir uns aus den Augen verloren, der Kamp und wir. Über sanfte Hügel, bewaldet, schlummernd. Immer schön in der Deckung der Flusstales, nur am Ende stecken wir die Köpfe raus auf den Nebelstein.

Menschen haben wir sporadisch getroffen. In der Gegend leistet man sich den Luxus jede Begegnung mit einer Handbewegung und Kopfnicken zu würdigen. So viel kommt da über den Tag gesehen nicht zusammen. Praktisch gesehen fast nur am Abend in der Unterkunft.

Dazwischen ist Grün, Geborgenheit und ein wenig Schweiß. Manchmal Regen. Oder Badelandschaft. Granitbrocken, die in geologischer Zeitlupe aus dem Boden wachsen. Traktorfahrer, die in ihren Vorurteilen gefangen, mit nicht-autochtonen Deppen-Deutsch sprechen und kläglich scheitern. Trotzdem nett. Sogar der Timischl-Verschnitt mit ACDC-T-Shirt zischt ein „Schen, dass do woat’s“ zum Abschied durch die Zähne. Ich glaub ihm kein Wort, aber dass er mit sich ringt, es so zu meinen. Hochachtung. Das Waldviertel ist gut zu haben. Ich mag’s.

Danke Buama.

Rana hat einen chronistisch ausgeprägten Blick auf die Wanderung. Dringende Empfehlung. Den Beitrag von Georg hab ich noch nicht gefunden. Aber das liegt bestimmt an meiner schlamperten Suche.

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